Balis Hügel — Kintamani, die Straßen hinauf nach Munduk, die kurvigen Abfahrten rund um Bedugul — gehören zu den landschaftlich schönsten Strecken der Insel. Sie belasten die Bremsen aber auch weit stärker als flache Küstenstraßen, und zu wissen, wie man eine lange Abfahrt richtig angeht, macht den Unterschied zwischen einer entspannten und einer wirklich gefährlichen Fahrt aus.

Warum lange Abfahrten anders sind

Auf einer langen, durchgängigen Abfahrt — etwa ab 100 Metern ständigem Bremsen bergab — arbeiten die Bremsen weit härter, als sie im Alltag ausgelegt sind.

Überhitzen die Bremsen, sind sie so konstruiert, dass sie sich selbst schützen: Sie verlieren vorübergehend an Wirkung, statt ganz auszufallen, und funktionieren wieder normal, sobald sie abgekühlt sind. Das ist ein Sicherheitsmerkmal, keine Fehlfunktion — aber es ist deutlich besser, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen.

Wie man auf einer Abfahrt richtig bremst

Nicht durchgehend dieselbe Bremse ohne Pause halten. Genau das verursacht Überhitzung: die Vorderbremse allein, die Hinterbremse allein oder beide zusammen über eine lange Abfahrt hinweg durchgehend gezogen zu halten.

Stattdessen:

  • Zwischen Vorder- und Hinterbremse wechseln, statt eine durchgehend gezogen zu halten.
  • Die Motorbremse nutzen. Gas wegnehmen lässt Motor und Variator (CVT) das Motorrad natürlich abbremsen, was echte Last von den Bremsbelägen nimmt.
  • Bei langen Abfahrten kurze Pausen einlegen, damit die Bremsen abkühlen können, besonders bei mehreren Minuten durchgehender Abfahrt.

Ein technisches Detail, das sich zu wissen lohnt: Unter etwa 17 km/h koppelt der Variator aus und liefert keine Motorbremse mehr. Passiert das, reicht ein kurzes Antippen des Gases, um ihn wieder einzukoppeln — die Motorbremse setzt spürbar wieder ein, was hilft, die Geschwindigkeit zu kontrollieren, ohne sich allein auf die Bremsen zu verlassen.

Riecht es verbrannt oder fühlen sich die Bremsen plötzlich schwächer an als sonst, sofort anhalten und ihnen Zeit zum Abkühlen geben, bevor es weitergeht.

🏖 Sand und Wasser auf der Straße — Vorsicht

Bei Sand oder Wasser auf der Straße — besonders mitten in der Kurve, was in der Nähe von Strandzufahrten und nach Regen häufig vorkommt:

Nicht die Vorderbremse benutzen. Starkes Bremsen mit dem Vorderrad auf losem oder nassem Untergrund ist einer der häufigsten Gründe, warum Fahrer den Grip des Vorderrads verlieren und stürzen. Stattdessen auf sanftes, kontrolliertes Bremsen nur mit der Hinterbremse umsteigen und das Motorrad sich setzen lassen, bevor bei Bedarf stärker gebremst wird.

Kurz zusammengefasst

Bremsen abwechseln, wo immer möglich auf die Motorbremse setzen, bei langen Abfahrten Pausen einlegen und bei Sand oder Wasser sofort auf reines Hinterradbremsen umsteigen. Nichts davon erfordert besonderes Können — nur etwas Aufmerksamkeit dafür, was das Motorrad gerade tatsächlich macht.


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